Das grüne Herz Italiens schlägt nicht links, sondern in der Mitte. Zwischen der Toskana und Rom, zwar ohne unmittelbarer Nähe zum Meer, aber gesegnet mit unendlich vielen Kulturschätzen, unzähligen Hinterlassenschaften der Etrusker, köstlichem Öl, feiner Küche und guten Weinen - so präsentiert sich Umbrien. Es ist eine offene Landschaft, die einen erwartet, die auf den ersten Blick die Herzen öffnet. Saftig grün sind die Wiesen, die sich sanft dahinwellen, während im Osten immer wieder mal die prächtige Gebirgskulisse der Monte Sibillini hervorlugt.
Die mittelalterlichen Glockentürme des pittoresken Todi funkeln golden. Hier beginnt die Reise: Die für Umbrien so typischen Pappeln säumen den Weg nach Montefalco, einem verschlafenen Ort, der es aber in sich hat. Denn im "Museo Civico di San Francesco", einer ehemaligen Kirche, warten einige der beeindruckendsten Fresken Italiens auf den Besucher. San Francesco, der Heilige Franz, kündigt sich hier schon an. Während eine Landpartie durch Umbrien vorbei an Bevagna durch viele, weitgehend unberührte Natur führt, herrscht nur ein paar Kilometer weiter nördlich buntes Treiben. Schließlich ist Assisi eine der am meisten frequentierten Pilgerstätten des Landes. Hier wurde der Heilige Franz nicht nur geboren, hier liegt er auch begraben in der Kirche San Francesco, deren, 1997 bei einem Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogenen, Fresken mittlerweile wieder restauriert sind. Und gleich nebenan, in Santa Chiara, ruht die Heilige Klara.
Eine Pilgerstätte anderer Art hat die Familie Lungarotti drüben in Torgiano im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgebaut. Lungarotti, dieser Name steht für den Aufbruch des Weinbaus in Umbrien. Neben den köstlichen Tropfen lockt dort auch ein dem Olivenöl gewidmetes Museum. Einen Steinwurf davon entfernt ist ein Weinmuseum mit vielen historischen Geräten. Nur wenige Kilometer sind es nun noch bis Perugia, der quirligen Universitätsstadt.
Die Route führt weiter in Richtung Westen, die Hügel werden langsam flacher, die Wiesen behalten aber ihr intensives Grün, und auch die Pappeln sind ein steter Begleiter. Im "Castello della Sala" wartet dann der vinologische Höhepunkt der Reise: ein mittelalterlicher Prachtbau, in dem Kultwinzer Lodovico Antinori das beste Weingut Umbriens errichtet hat. Wer die Weinberge durchstreift, kann von hier bei gutem Wetter schon einen Blick auf das nahe Orvieto erhaschen, dessen Altstadt sich auf einem Felsplateau aus Tuffstein majestätisch aus der Ebene erhebt. Ein Muss ist zweifelsohne die Besichtigung des Doms, am eindrucksvollsten ist es, in den Bauch der Stadt hinabzusteigen und sich im Labyrinth der kleinen beschilderten Wege zu verlieren, die in den Fels gehauen sind. Die kleine Schwester von Orvieto heißt Todi, auch sie thront erhaben auf einem Hügel über dem Tibertal und gibt den Blick frei auf das wahrhaft grüne Herz Italiens.